Die etwas andere Dimension

Am Anfang ist nur eine sehr leere Wand in der Greifswalder Lappstraße. Diese verbindet die Sehenswürdigkeiten Markt – Rathaus - Dom Sankt Nikolai und wird täglich von ungezählten Einwohnern und Besuchern belaufen. Der Maler Helmut Maletzke sieht dies, wie die Möglichkeit auf dieser Wand einen gemalten Exkurs in die Stadtgeschichte zu platzieren, den Interessierte quasi „en passant“ passieren können.
Nach einem zielgerichteten Gespräch, illustriert mit einem Entwurf, nickt der Wandbesitzer freudig und danach Jene, ohne deren Erlaubnis oder zumindest Wohlwollen ein derartiges Projekt nicht realisiert werden kann.
Örtliche Unternehmen werden willkommene Spender der umfangreichen materiellen Ausstattung, Bauwagen, Farben, Rüstung etc. Auf der Suche nach Mitmalern können einige Mitglieder des Pommerschen Künstlerbundes, auch ich, zur Mitarbeit überredet werden.
Ohne verbindliche Arbeitszeitabsprachen, nur abhängig von Tageslicht, Wetter und den persönlichen Verbindlichkeiten gibt es während der 3-wöchigen Freiluftmalerei kaum einen Zeitpunkt zu dem nicht mindestens einer der Beteiligten in Vollendungsabsicht auf der Rüstung steht.
Die Teilnahme des Publikums am Fortschritt der Arbeiten ist mindestens ebenso erfreulich wie meine individuellen Erfahrungen.
Auch Künstler, sonst eingefleischte Einzelkämpfer, können, wenn auch nicht immer, reibungslos zusammenarbeiten. Dabei ist es durchaus nicht immer einfach, aber möglich, die künstlerischen Entscheidungen der Partner zu akzeptieren.
Fazit in Abwandlung eines Steinbeck-Zitates:

  • nie ging es um die ganz große Kunst,
    nie ging es darum Wissen zu verbreiten
    es ging vielmehr darum - Herrgott –
    es hat mir einfach Spaß gemacht. 

Bernd Anders


Greifswalder-Blitz (pdf-Datei)